Mary, liebenswerte Mischlingshündin, ca. 6 Jahre, 41cm, 13,5kg *PS in 85609 Dornach*

*Mary wartet auf ihrer Pflegestelle in 85609 Dornach bei München auf Besuch.*

Pflegestellenbericht vom 22.01.2023:

Mary ist nun seit ca. 2 Wochen bei uns auf Pflegestelle.
Sie hat sich hier unerwartet schnell eingefunden, testet begeistert alle vorhandenen Hundebetten und geht sehr gerne spazieren. Sie war von Anfang an stubenrein und kann auch schon eine Weile alleine bleiben.
Beim Gassigehen zeigt sie sich recht selbstbewusst und aufgeschlossen, läuft an der Schleppleine flott und freudig voraus ohne zu ziehen und erschnüffelt begeistert die Umgebung. Dennoch hat sie in ihrer Vergangenheit vor ihrer Zeit zuerst im Heim und nun in ihrer Pflegestelle mit Menschen offensichtlich wohl eher schlechte Erfahrungen gemacht, denn nach wie vor duckt sie sich und kneift die Augen zu, wenn man zu schnell auf sie zugeht oder die Hand nach ihr ausstreckt. Man möchte nicht wissen, welches Leben Mary früher geführt hat. Aber aufgrund ihres doch menschenbezogenen und auch neugierigen Wesens überwindet sie die Furcht und lässt sich auf die Zweibeiner ein. Zu mir als ihrer Hauptbezugsperson hat sie bereits ein enges Verhältnis und freut sich über jede Kuscheleinheit. Auch die nach ihren Augen-OPs weiterhin notwendigen Augentropfen lässt sie sich anstandslos verabreichen. Bei fremden Menschen kann es aber sein, dass sie mit einem kurzen Knurrer zurückweicht, wenn sie sich erschreckt oder bedrängt fühlt.
Dies gilt jedoch noch viel mehr bei Hundebegegnungen. Zurückhaltende Hunde sind kein Problem für Mary. Bei aufdringlichen Artgenossen allerdings setzt sie sich mit Knurren zur Wehr, ohne aber die Fassung zu verlieren. Akzeptiert der andere Hund die Warnung, ist alles wieder gut. Gleichzeitig ist Mary aber neugierig auf die anderen Hunde, sucht nach einer Weile sogar von sich aus den Kontakt und hat bei ausgewählten Fellnasen auch schon mal kurze Spielansätze gezeigt. Da Mary kurz vor ihrer Ausreise nach Deutschland von einem Zwingernachbarn in die Pfoten gebissen wurde, als sie diese scheinbar durch Gitter gehängt oder gesteckt hatte, kann man ihr eine gewisse Skepsis aber auch nicht verdenken. Man sieht das grüne Desinfektionsmittel noch auf den aktuelleren Fotos.
Mit unserer eigenen bereits älteren und sehr ruhigen Hündin hat sie sich gut arrangiert, dennoch sehen wir sie eher als Einzelprinzessin im neuen Zuhause.
Auch mit unseren Katzen funktioniert es inzwischen recht gut. Anfangs ist Mary sofort aufgesprungen, sobald diese in den Raum kamen, und hat sie stürmisch verfolgt, wenn sie weggelaufen sind. Wenn die Katzen aber stehenbleiben, steht Mary schwanzelnd davor und weiß nicht so recht, was sie machen soll. Inzwischen sind die Stubentiger nicht mehr sooo spannend, aber Mary ist immer noch interessiert, wenn sie kommen. Die Katzen haben jedoch mittlerweile erkannt, dass keine Gefahr von Mary ausgeht und laufen nicht mehr weg. Entsprechend hat sich nun alles beruhigt.
So hat Mary eine einzigartige Persönlichkeit: Auf der einen Seite ist sie Shar Pei-typisch irgendwie doch selbstbewusst, wachsam, liebevoll zu ihren Bezugspersonen, aber erstmal reserviert gegenüber Fremden. Auf der anderen Seite ist sie aufgrund ihrer negativen Erfahrungen auch unsicher und misstrauisch. Aber Neugier und Aufmerksamkeit gehören definitiv auch zu ihren Eigenschaften. Und ein bisschen Verspieltheit blitzt zwischendurch auch kurz durch. Einfach ein ulkiges und liebenswertes Unikat 😊.

Ich habe den Eindruck, dass Mary eventuell als Folge der wohl jahrelangen Augenprobleme und trotz der erfolgten Operationen doch etwas seheingeschränkt geblieben ist, da sie leicht erschrickt, wenn etwas plötzlich vor oder neben ihr auftaucht. Andererseits bewegt sie sich aber von Anfang an völlig sicher durch die Wohnung, ohne irgendwo dagegen zu laufen ebenso wie draußen. Also vielleicht sieht sie einfach nur etwas schlechter bzw. unklarer.

Für Mary wünschen wir uns ein bevorzugt Shar Pei-erfahrenes Zuhause, am besten in einem ruhigeren Paar- oder Singlehaushalt ohne allzu viel Tohuwabohu. Mary braucht wohl eher keinen Hundesport oder Ähnliches, aber ist durchaus für größere Spazierrunden zu begeistern. Und nach getaner „Arbeit“ freut sie sich sehr über ausgiebige Streicheleinheiten.

Hintergrundinformationen aus Ungarn:

Die geschätzt im September 2016 geborene Mary wurde Ende September 2022 von tierlieben Passanten auf der Straße entdeckt. Diese schauten zum Glück nicht weg, sondern brachten die liebe Hundedame ins Tierheim.

Mary ist eine eher schüchterne und vorsichtige Knautschnase. Aber sie liebt es, geliebt zu werden :-). Anfangs ist sie erst einmal ein bisschen zurückhaltend. Nach ein paar Streicheleinheiten, von denen sie nicht genug bekommen kann, taut sie aber schnell auf und sucht den Körperkontakt zum Menschen sehr. An der Leine zu laufen findet sie noch etwas unheimlich, wird dies aber mit Übung sicher bald lernen.
Den Pflegern ist rasch aufgefallen, dass Mary keines ihrer Geschäfte im Zwinger erledigt. Daher wird sie nun mehrmals am Tag aus dem Zwinger gelassen. Dies lässt vermuten, dass Mary möglicherweise bereits in einem Haus gelebt hat. Warum sie dann aber auf der Straße gelandet ist, könnte daran liegen, dass sie Probleme mit den Augen hat (auch wenn das natürlich überhaupt keine Rechtfertigung ist!).
Der Tierarzt hat bei Mary auf beiden Augen ein sogenanntes Cherry Eye (Nickhautvorfall) bzw. Entropium festgestellt, bei dem sich das Augenlid nach innen rollt und so die Augen bis zur Entzündung reizt. Dies ist bzw. war für die Hündin sehr schmerzhaft und wir sind froh, dass sie inzwischen operiert wurde, um ihre Beschwerden zu beenden. Dieses Problem kommt bei Rassen mit faltigen Gesichtern wie z.B. bei Shar Peis leider häufiger vor. Als Folge der vermutlich schon langen "Nichtbehandlung" leidet Mary bereits auf beiden Augen an einer chronischen Augentrockenheit (KCS - Keratoconjunctivitis Sicca), die wohl ihr ganzes Leben lang mit Augentropfen/-salbe behandelt werden muss.

Mit ihren Artgenossen kommt die liebe Mary gut aus und ist hier eher zurückhaltend.

Wir hoffen nun sehr, dass diese wirklich ganz bezaubernde Hündin im besten Alter trotz ihrer Augenthematik ein ganz liebevolles Zuhause findet, in dem sie ein ganz normales "Hundeleben" führen darf. Sie wird jede Bemühung um sie tausendfach zurückgeben.

Mary reist kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt und mit EU-Heimtierausweis in ihr neues Zuhause.

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