Macika, liebe Mischlingshündin, ca. 6 Jahre, 48cm, 16kg *vermittelt*

*Macika wartet auf ihrer Pflegestelle in 9230 Flawil in der Schweiz auf Besuch.*

Pflegestellenbericht vom 26.10.2022:

Macika ist schon sechs Wochen bei mir und zwischenzeitlich hat sie auch ihre zweite OP erfolgreich hinter sich gebracht, welche wir hier in der Schweiz haben durchführen lassen. Alles hat wunderbar geklappt und die kleine Wuscheldame zeigt schon sehr viel mehr Schwung in ihrem Gang und belastet alle vier Beine. Die Prognose, dass keine Beeinträchtigungen bleiben werden, ist sehr gut. Nichts desto trotz dürfen wir nichts überstürzen. Macika darf für den Anfang nur drei Mal täglich 10-15 Minuten am Stück spazieren gehen. Obwohl ich sie deswegen nicht wirklich auslasten kann, ist sie eine ruhige und liebe Hündin. Sie macht absolut keinen Terror in irgendwelcher Weise, sondern scheint zu verstehen, dass all dies zu ihrem Bestem ist.
An der Leine läuft sie problemlos brav mit. Ich übe noch nicht das klassische «bei Fuss gehen», sondern sie soll dorthin, wo es was zu schnüffeln gibt. Wenn wir schon keinen körperlichen Aufbau bieten dürfen, möchten wir wenigstens den Kopf arbeiten lassen. Manchmal möchte sie natürlich übermütig und voller Lebensfreude los rennen, lässt sich aber willig wieder in die langsame Spazierart zurück bringen.
Natürlich kann Macika zwischenzeitlich auch mal ein bis zwei Stunden alleine bleiben, Alltagsdinge erledigen, währenddem sie daheim schläft – kein Problem!
Selbst mit den im Haus lebenden Katzen hat sich Macika arrangiert. Sie empfindet sie nicht als Freunde aber auch keineswegs als Feinde. Sie hat sich damit einverstanden erklärt, mit ihnen den Haushalt zu teilen. Sie schnuppert an ihnen und watschelt ihnen auch mal gemütlich nach, aber nur um zu sehen, ob es noch die gleichen Katzen sind und was die denn so tun.
Ihre erste Euphorie nach Futter ist verflogen. Sie ist null verfressen, ausser beim „Bettmümpfeli“ – ein ihr lieb gewordenes Ritual! Da düst sie so schnell sie kann zu ihrer grossen Schlafbox, weil sie weiss, dort drinnen bekommt sie es vorm Schlafen gehen. Sie schläft gerne in ihrer offenen Box, obwohl sie überall sonst schlafen könnte. Sie schätzt den Rückzugsort als Schlafplatz.

Macika ist kein Haudegen, sondern gehört zur vorsichtigen Sorte Hund. Wenn sie etwas verunsichert - Geräusche, Dinge oder Personen, die sie noch nicht kennt - grummelt sie vor sich hin oder bellt kurz. Wenn sich Hundeneulinge bewusst sind, dass das kein anknurren ist und man damit umgehen kann – sprich Macika die nötige Sicherheit geben kann -  wäre sie auch bei verständnisvollen Ersthundehaltern gut aufgehoben.

Hintergrundinformation aus Ungarn:

Die geschätzt im Juli 2016 geborene Macika kam Mitte Juli 2021 mit 3 weiteren Hunden (Palko, Zsebi und Mylo) zu Kata ins Heim, da der Besitzer verstorben war. Die arme Hundedame und ihre Gefährten haben schon einen langen Leidensweg hinter sich. Bereits 2018 waren Kata und ihr Team auf die schlechten Haltungsbedingungen aufmerksam geworden - ein Mann hielt etliche Hunde in einem kleinen Auslauf auf einem Gelände und versorgte sie nur unregelmäßig. So etwas wie Liebe und Zuwendung erhielten sie nie. Ständig hungrig büchsten die Hunde auch immer wieder aus und durchstreiften die Siedlung auf der Suche nach Futter. Es kam immer auch öfter zu Begegnungen mit Anwohnern, die von dem Rudel angebellt wurden. Die Beschwerden häuften sich, bis das Veterinäramt Levente beauftragte, die Hunde einzufangen. Nach und nach konnten die scheuen Hunde im Spätsommer 2018 mit der Falle eingefangen werden. Diese Hunde blieben damals auch im Tierheim und konnten alle in tolle liebevolle Familien vermittelt werden.
Doch der Mann schaffte neue Hunde an, welche das Veterinäramt zunächst wieder beschlagnahmte. Aber der Besitzer "kämpfte" um die Hunde und bekam schließlich nur die Auflage, die Hunde zu kastrieren und den Auslauf ordentlich zu befestigen - das war alles und Kata musste die Hunde blutenden Herzens zurückgeben! Immer wieder stritt sie mit den Behörden, aber es war nichts zu machen.
Als der Besitzer nun verstarb, trat Kata mit seiner Frau in Kontakt und diese war sogar froh, dass jemand die Hunde abholte.
Wie schon die Hunde aus 2018 reagierten auch diese äußerst ängstlich auf Menschen und ließen bzw. lassen sich teilweise noch immer nicht anfassen. Wer weiß, was die armen Hunde alles erleben mussten. Mit viel Geduld, Liebe und Ausdauer arbeitet das Team jedoch daran, ihr Vertrauen Schritt für Schritt aufzubauen und sie so auf ein nun endlich glückliches Leben in einem artgerechten Zuhause vorzubereiten.

Macika war wie ihre Freunde schrecklich verängstigt. Die erste Zeit war es unmöglich, sich ihr im Zwinger zu nähern geschweige denn, sie anzufassen. So nahm die Pflegerin Monika sich ihrer besonders an und arbeitete mit ihr. Vor dem Geschirr hatte die Hündin große Angst und so übte Monika zunächst im Auslauf und später auch draußen mit ihr, erstmal mit Leine nur am Halsband zu laufen. Das funktionierte nach einer Weile schon recht ordentlich. Inzwischen wird mit Geschirr geübt und man kann im Video sehen, dass es ihr zwar noch unheimlich ist, aber sie fängt an, es zu akzeptieren. Solange sie den Weg bestimmen kann, geht es es recht problemlos. Kommt aber Zug auf die Leine, streikt Macika erstmal, lässt sich aber doch immer wieder "überreden" mitzukommen. Bedenkt man, wie ängstlich und unsicher sie am Anfang war, hat sie in der kurzen Zeite doch schon Riesenfortschritte gemacht und braucht einfach nur noch viel mehr Zeit, Liebe und Training, um weiter an Routine zu gewinnen.
Man sieht im Video auch, wie sie dem ihr fremden Mädchen anfangs noch nicht so recht über den Weg traut. Aber nach einer Weile scheint sie die Streicheleinheiten doch nicht so schlecht zu finden. Körper und Blick werden zunehmend entspannter.
Die liebe Macika wird vermutlich keine große Draufgängerin mehr werden, aber wir sind überzeugt, dass sie sich in dem richtigen Umfeld noch ganz toll entwickeln und viele Unsicherheiten zumindest teilweise überwinden kann.

Macika ist jetzt mit einem ihrer alten Gefährten - Mylo - im Zwinger untergebracht. Er ist der inzwischen "Mutigste" aus dem Rudel und darf seiner Freundin nun zeigen, dass Menschen toll sein können :-). Das Rudel wurde zuvor aufgeteilt, um besser mit den einzelnen Hunden arbeiten zu können.
Mit Hündinnen verträgt sich Macika ebenfalls prima.
Und auch bei dem Zusammentreffen mit Katis hundefreundlicher Katze verhielt sich Macika wie erwartet zurückhaltend, so dass man sie wohl auch mit Stubentigern zusammengewöhnen könnte.

Für die bezaubernde Macika suchen wir nun ein liebevolles und unaufgeregtes Zuhause bei Menschen, die bereits Erfahrung mit unsicheren Tierschutzhunden haben, ländlich wohnen und viel Zeit und Geduld haben, die hübsche Hundedame langsam an das Alltagsleben heranzuführen und ihr zu zeigen, wie schön ein Hundeleben sein kann.

Macika zieht kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt und mit EU-Heimtierausweis in ihr neues Zuhause.

Wenn Sie meinen, dass Sie der liebenswürdigen Wuscheldame ein passendes Zuhause bieten können, freuen wir uns auf Ihre Nachricht! > Kontaktformular

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