Dolly, noch vorsichtige Mischlingshündin, ca. 1,5 Jahre, 48cm, 12,5kg *PS in CH-9044 Wald*

*Dolly wartet auf ihrer Pflegestelle in 9044 Wald in der Schweiz auf Besuch.*

Pflegestellenbericht vom 20.09.2022

Ich bin Dolly – nee, nicht die Dolly Parton, meine Body-Masse sind um einiges geringer und ich bin nicht blond, sondern habe ein schönes, weiches schwarzes Fell mit einer regelmässigen weissen Zeichnung und weissen Vorderpfoten!
Mitte September bin ich in die Schweiz eingereist und bin schon eine richtige Schweizerin, habe sogar den Schwiitzerdütsch-Test bestanden. Für Leckerlis mache ich Sitz und komme (meistens), wenn meine Pflegemama mich zu sich ruft.
Meine Geschäfte mache ich selbstverständlich vom ersten Tag an draussen im Garten, wo sonst könnte man schöner die Umgebung geniessen, als auf der Wiese im Appenzellerland, ich wär ja schön doof, wenn ich es drinnen erledigen würde! Die ersten zwei Nächte habe ich in meiner Höhle (XXL-Box) geschlafen, jetzt gehe ich freiwillig in die offene Box im unteren Stock und schlafe friedlich die ganze Nacht durch.
In meiner Pflegestelle lebe ich mit Rüden und Hündinnen zusammen. Ich verstehe mich ausnahmslos mit allen, aber ganz ehrlich, es sind alles Langweiler. Die spielen nicht mit mir, zum Glück kann ich mich gut selbst beschäftigen. Gerne schnüffle ich im gesicherten Garten und drehe dort meine Runden. Ab und an muss ich einfach stehen bleiben und mir die tolle frische, saubere Luft einsaugen, die Ruhe geniessen, beobachte das Drumherum.
Autofahren find ich nicht übel. Ich steige zwar nur mit den Vorderpfoten ins Auto, mein Hintern muss rein gehoben werden. Aber das fahren selbst ist keine Herausforderung. Ich bin übrigens kein Kläffer, ausser wenn ich mich vor was fürchte, dann muss ich meinen Ängsten freien Lauf lassen, indem ich belle. Aber ich beruhige mich gleich wieder, wenn ich die Situation überschauen kann. Ich habe auch schon Mal aus Versehen geknurrt, als jemand ins Haus gekommen ist, von dem ich vergessen habe, dass der ja dort lebt. Ich brauche einfach ein bisschen Zeit, um Vertrauen in alle Zweibeiner zu gewinnen. Generell bin ich eher schüchtern, wenn nicht sogar ängstlich, aber was kenne ich denn schon….? Rein gar nichts, ausser im wahrsten Sinne des Wortes: «ein Hundeleben». Ich möchte jemanden finden, der mir das Gefühl von Sicherheit geben kann. Ich will diesen Job nicht.
Wahrscheinlich war meine Mama oder mein Papa ein Border Collie und ich brauche Beschäftigung im Kopf als auch im Körper. Kondition müssen wir natürlich step by step aufbauen! Als Begleitung war ich sogar schon in der Hundeschule, einfach zum gucken, was die da so unternehmen. Ich habe mich  natürlich vorbildlich benommen, brav und still gewartet, bis meine Pflegemami zurück gekommen ist. Natürlich hatte ich sie immer im Blickfeld und somit war es auch gar nicht schlimm. Zu Hause hat man mich schon eine Stunde alleine gelassen und ich finde das eigentlich ziemlich ok, dann kann ich es mir in meiner Hundehütte so richtig gemütlich machen und in Ruhe dösen.

Ich bin gespannt, wer sich für mich meldet und mit mir zusammen mein Hundeleben verbringen möchte! Denkt dran, ich brauche nicht nur ein Dach überm Kopf, sondern auch Liebe, Geduld, Führung, Sicherheit, Beschäftigung und Zeit!

Hintergrundinformation aus Ungarn:

Die geschätzt im Dezember 2020 geborene Dolly wurde Mitte Juli 2022 durch das Veterinäramt aus schlechter Haltung beschlagnahmt. Es ist leider nicht das erste Mal, dass in dieser sehr ärmlichen Gegend Hunde beschlagnahmt werden müssen. Durch unkontrollierte Vermehrung bei gleichzeitig fehlenden finanziellen Mitteln wie auch fehlendem Verantwortungsgefühl für die Tiere verwahrlosen diese zwangsläufig, ernähren sich teilweise nur von Abfällen und sind verwurmt sowie voller Flöhe und Zecken.
Die arme Dolly fristete ihr Dasein an der Kette zwischen Unrat und nur mit einem Betonring als Unterschlupf sowie ohne regelmäßiges Futter und Wasser und das bei den derzeitigen Temperaturen. Aber sie hatte Glück, kam sie doch in Katas liebevolle Obhut, wo sie nun die Chance hat, ein schönes Zuhause zu finden.

Die ersten Tage war Dolly sehr verängstigt und versteckte sich in ihrer Hundehütte. Es brauchte ein bisschen Zeit, bis sie den neuen Menschen um sie herum etwas Vertrauen schenkte. Doch inzwischen hat sie gemerkt, dass man ihr hier wirklich nichts Böses will, sondern sie im Gegenteil Gutes erwarten kann und so hat sie angefangen, sich über die Gesellschaft der Menschen zu freuen. Sie zeigt sich sogar als sehr verschmust. Auch an der Leine läuft sie schon recht ordentlich mit, wenn auch noch etwas vorsichtig.
Es kann sein, dass Dolly in einer neuen fremden Umgebung erst einmal wieder zurückhaltend sein wird und etwas mehr Zeit brauchen wird, um in ihrem neuen Zuhause anzukommen, aber sie ist absolut zugänglich und wird jegliche Bemühung um sie  tausendfach danken. Da sie sicher noch keinerlei Erziehung genossen hat, muss sie natürlich das Hunde-1x1 auch noch lernen. Auch hier wird Geduld und Ruhe erforderlich sein, um sie nicht mit zu hohen Erwartungen zu verschrecken.

Dolly ist derzeit mit 2 Hündinnen in einem Zwinger untergebracht und verträgt sich völlig problemlos mit diesen. Ebenso verträgt sie sich prima mit Rüden.

Für die bezaubernde Dolly suchen wir nun ein liebevolles Zuhause bei einfühlsamen und  hundeerfahrenen Menschen, die der hübschen Junghündin zeigen möchten, wie schön und abwechslungsreich ein Hundeleben sein kann. Nachdem sie sich eingelebt haben wird, wird sie sich bestimmt über alle möglichen Ausflüge und Beschäftigungen freuen, genauso gerne aber viele Kuscheleinheiten einlegen.

Dolly reist kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt und mit EU-Heimtierausweis in ihr neues Zuhause.

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