Reiseberichte

Rocco 2Reisebericht 28.4. – 1.5.2015

Nachdem ich im Jahr 2015  2,5 Jahre aktiv für Kata´s Station in Cegled im Bereich Vermittlung der Hündinnen tätig war - mittlerweile lebte bereits der 3 Hund aus Cegled bei mir und zwischenzeitlich immer mal wieder ein Pflegehund - kam endlich der Tag, an dem ich Zeit hatte und nach Ungarn fahren konnte, um unsere Station in Cegled live zu sehen.

Am Nachmittag des 28. April kam ich nach 8 Stunden Fahrt endlich in Cegled an. Kurz ein Abstecher in die Unterkunft und dann direkt zu Kata in die Station. Ich wurde dort schon erwartet, Mama Kati hatte ein üppiges Essen vorbereitet und so stärkte ich mich erst einmal nach der Fahrt im Kreise von Kata, Mama Kati, Tierarzt Dimis, Katas Kindern Sophia und Nandor sowie der Freundin Greta. Dann sollte ich das Tierheim und die angrenzende Tötungsstation zu sehen bekommen…Kata und die Kinder führten mich als erstes durch das Tierheim.

Etwa 250 Hunde, größtenteils untergebracht in großen Gemeinschaftszwingern, bellten zeitgleich bei dem ihnen unbekannten Besuch in ohrenbetäubender Lautstärke. Kata führte mich von Zwinger zu Zwinger, stellte  jeden Hund einzeln mit Namen vor!  Ich hatte in meinem Leben noch nie so viele Hunde auf einmal gesehen…jeder Einzelne kam aufgeregt an sein Gitter, jede Nase wollte gestreichelt werden und jede Pfote bettelte um Aufmerksamkeit…

Ich wusste ja eigentlich was mich erwartet, von zahlreichen Videos, Fotos und Erzählungen meiner Kolleginnen…und trotzdem konnte ich meine Tränen nicht unterdrücken. Diese stumme Erwartung in den Augen der Hunde…

Zwinger für Zwinger schritten wir ab, und jeder noch so scheue oder ängstliche Hund blühte sichtbar auf, als Kata mit ihm sprach und ihn streichelte. Manch einer führte sogar einen Freudentanz auf!

Wahnsinn zu sehen, welche Bindung die Tiere zu Kata haben – einzigartig! Man spürt Ihre Liebe zu den Hunden und auch die Kinder haben einen ganz besonderen „Draht“ zu den Fellnasen.

Ich war überrascht, wie gepflegt die Zwinger sind, werden sie doch 2x täglich von den Helfern der Station gereinigt. Aber es ist alles sehr eng…ich hatte mir das Gelände viel größer vorgestellt. Tierarzt Dimis zeigte uns seinen kleinen Behandlungsraum und den OP. Nach dem Rundgang im Tierheim ging es nach nebenan in die Tötungsstation. Allein schon das Wort „Tötungsstation“ verursachte mir ein flaues Gefühl im Magen und einen Kloß im Hals. Kata zeigte  zuerst das Gebäude - klein, alt mit 4 Türen. Hinter diesen Türen waren Hunde…sie ließ die ersten beiden in den Auslauf heraus und ich konnte einen Blick ins Innere werfen. Z.t. fensterlose Räume, karg und ohne Tageslicht, alte Fliesen am Boden und an den Wänden, lediglich mit einfachen Kunststoffkörben für die Hunde, Wassergefäßen und Futternäpfen bestückt…ein trauriger Anblick! Um das Gebäude herum zahlreiche Zwinger, alle sehr alt und in keinem besonders guten Zustand. In diesen Zwingern sind zum Teil die Hunde untergebracht, die eigentlich kaum oder keine Vermittlungschancen haben. Aber sie haben hier ein Dach über dem Kopf, eine Hundehütte zum zurückziehen und Wasser und Futter…und Kata liebt auch diese Hunde, egal wie schwierig oder traumatisiert sie auch sind.

Mit diesen ganzen Eindrücken endete der Tag und ich konnte lange überhaupt nicht ans Schlafen denken, alsich in meiner Unterkunft zurück waren.

Am 2. Tag traf ich um 9.00 Uhr im Tierheim ein, ein üppiges Frühstück wartet schon und dann machte ich mich an die Arbeit. Zahlreiche Hunde fotografieren und kleine Videos von Ihnen erstellen, damit sich unsere Interessenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein besseres Bild von unseren Fellnasen machen können. Neuzugänge aufnehmen, Profile erstellen, zwischendurch immer mal wieder Gespräche mit dem Team und Streichelpausen für die vielen Fellnasen. Dann wurden noch die mitgebrachten Patenpakete und Spenden überreicht und die jeweiligen Patenhunde beim „auspacken“ Ihrer Geschenke fotografiert.

Kata macht einen beeindruckenden Job! Sie, ihr Mann und die Kinder sowie Mama Kati und die 5 Helfer haben einen strukturierten Tagesablauf, jeder hat seine Aufgabe, die er mit Liebe zu den Tieren erledigt. Die Kinder kommen jeden Tag (!) nach der Schule zum Helfen in die Station…ihre Hausaufgaben machen sie am Abend. Es ist für sie normal, sie leben den Tierschutzgedanken ihrer Mutter und es ist mit Bewunderung zu sehen, wie hier die nächste Generation heran wächst. Es gibt hier kein Wochenende oder gar Feiertag. Einmal im Jahr macht die Familie ganze 4 Tage (!) Urlaub am Balaton!

Der Tag war ruckzuck um, die Speicherkarten voll mit Bildmaterial und ich völlig erledigt. Emotional sehr ergriffen ließ ich den Tag ausklingen.

Am 3. Tag ging es wieder zu Kata, bis zum späten Mittag schaute ich mir noch gezielt Hunde an, um den Interessenten detaillierte Infos und Bilder mitbringen zu können und half noch beim Verräumen der Spenden. Danach fuhren wir zusammen zu Tierschützerin Gizi und Ihrem Mann, die ebenfalls in Cegled leben, und in Ihrem Haus und Garten Hunde aufnehmen und für Ihre Ausreise in ein neues Leben vorbereiten. Auch Gizi bekam einige Futter und Sachspenden von mir mitgebracht.

Am Abreisetag fuhr ich in der Früh noch einmal zu Kata ins Tierheim, um mich zu verabschieden und den Fellnasen zu versprechen, dass unser Team alles Erdenkliche tun wird, um für jeden einzelnen von Ihnen ein schönes Zuhause zu finden. Dann ging es noch zu Mama Kati nach Hause, wo viele der kleinen Hunde in Ihrem Haus und Garten bis zu ihrer Ausreise leben, die im Tierheim untergehen würden. Auch das angrenzende Katzenhaus, welches Kati gehört, schaute ich mir noch abschließend an. Gegen Mittag konnte ich dann meine Heimreise antreten…

Mein Fazit: Ich bin absolut beeindruckt von Kata und dem was Sie für die Hunde in Cegled tut! Sie ist eine ganz besondere Frau, und ganz nebenbei auch noch Mutter von 3 Kindern und managed das einfach einzigartig! Ich weiß, dass jede Hilfe, besonders in Form von Futter-, Sach- und Geldspenden hier genau an der richtigen Stelle ankommt und die Hunde in Cegled mit Liebe und Respekt behandelt werden. Dies selbst  zu erleben und zu sehen ist für mich Motivation genug auch weiterhin mit ganzem Herzen meine Unterstützung bei der Vermittlung der Hunde in ein neues Leben zur Verfügung zu stellen.

Für mich persönlich ist dieses eine enorme Bereicherung meines Lebens. Danke für diese beindruckende Erfahrung liebe Kata!

Ute Maßmann